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Die komplette Liste

Was darf man in der Schwangerschaft nicht essen?

Dass Alkohol und rohes Fleisch tabu sind, wissen die meisten. Viel weniger bekannt: Tiefkühlbeeren erhitzen, Harzer Roller meiden, Parmesan ist erlaubt, Leber im ersten Trimester ganz weglassen. Hier steht alles, was Aufmerksamkeit braucht – nach deutschen Empfehlungen.

Basierend auf offiziellen Gesundheitsempfehlungen ·

Sechs Regeln, die fast alles abdecken

  1. Gut durcherhitzenMindestens 2 Minuten über 70 °C im Kern töten Listerien und Toxoplasmen ab. Das gilt für Fleisch, Fisch und Eier – und auch für Tiefkühlobst, Tiefkühlkräuter und Sprossen.
  2. Nichts Rohes vom TierKein Mett, Tatar, Carpaccio, Rohwurst, Rohschinken, roher oder geräucherter Fisch, keine rohen Eier und keine Rohmilch.
  3. Beim Käse auf die Sorte achtenKein Rohmilchkäse außer lange gereiftem Hartkäse wie Parmesan; außerdem kein Blauschimmel-, Rotschmier- oder Sauermilchkäse. Rinde abschneiden, selbst reiben.
  4. Fisch ja – aber die richtigen SortenIss regelmäßig Fisch, darunter fettreichen Meeresfisch, aber meide Hai und Schwertfisch und schränke Thunfisch ein.
  5. Auf die „Versteckten“ achtenLakritz, Leber im ersten Trimester, Wild mit Bleimunition, abgepackte Schnittsalate und fermentierte vegane Käsealternativen überraschen die meisten.
  6. Koffein: höchstens 200 mg am TagDas sind etwa 2 Tassen Kaffee. Tee, Cola und Schokolade zählen mit, Energy-Drinks lieber ganz weglassen.

Lebensmittel für Lebensmittel

LebensmittelEmpfehlungKurz gesagt
Mett, Rohwurst und RohschinkenMeidenNein. Verzichte in der Schwangerschaft auf rohes Fleisch wie Mett (Hackepeter) und Carpaccio, auf Rohwurst wie Teewurst und Salami und auf Rohschinken wie Parma-, Serrano- oder Schwarzwälder Schinken. Sie können Listerien und Toxoplasmen enthalten. Gut geeignet sind erhitzte Wurstwaren wie Kochschinken, Fleischwurst oder Corned Beef.
Leber und Vitamin AMeidenIn den ersten drei Schwangerschaftsmonaten solltest du überhaupt keine Leber essen, danach nur kleine Mengen. Leber, Leberwurst und andere leberhaltige Produkte enthalten sehr viel Vitamin A, das in zu großer Menge vor allem in der Frühschwangerschaft Fehlbildungen verursachen kann.
Rohe Eier und TeigMeidenLieber nicht. Speisen mit rohen Eiern wie selbst gemachtes Tiramisu, Mousse au Chocolat oder selbst gerührte Mayonnaise können Salmonellen enthalten. Roher Kuchen- oder Keksteig ist zusätzlich riskant, weil rohes Mehl mit E. coli belastet sein kann.
WildfleischMeidenDas BfR empfiehlt Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch, auf Wild, das mit bleihaltiger Munition geschossen wurde, möglichst zu verzichten. Föten reagieren sehr empfindlich auf Blei; schon kleine Mengen können die Entwicklung des Nervensystems beeinträchtigen.
KäseVorsichtMeide Käse aus Rohmilch – mit Ausnahme lange gereifter Hartkäse wie Parmesan. Ebenfalls nicht geeignet sind Blauschimmelkäse, Weichkäse mit Schmierrinde wie Limburger oder Romadur und Sauermilchkäse wie Harzer, auch aus pasteurisierter Milch. Hart- und Schnittkäse aus pasteurisierter Milch sind gut geeignet; entferne die Rinde.
RäucherlachsVorsichtNicht kalt. Geräucherten und gebeizten Fisch wie Räucherlachs oder Graved Lachs solltest du in der Schwangerschaft meiden, weil er Listerien enthalten kann. Durcherhitzt, etwa in einer Quiche oder Pastasoße, ist er unbedenklich. Sauer eingelegte Fischmarinaden wie Rollmops in original verschlossener Herstellerverpackung gelten als unbedenklich.
SushiVorsichtNur ohne rohen Fisch. Sushi und Sashimi mit rohem Fisch sind in der Schwangerschaft nicht geeignet. Unbedenklich sind Varianten mit Gemüse, Avocado, Omelett (Tamago) oder gegartem Fisch und gegarten Garnelen.
Tiefkühlobst und -kräuterVorsichtErhitze in der Schwangerschaft alle tiefgekühlten Produkte vor dem Verzehr auf über 70 °C – auch solche, die man normalerweise nicht heiß isst, wie Tiefkühlbeeren oder tiefgekühlte Kräuter. Listerien und einige Toxoplasmen können Tiefkühltemperaturen überleben.
Abgepackter Salat und SäfteVorsichtKüchenfertige Schnittsalate in Fertigpackungen sind für Schwangere keine gute Wahl, weil sich Erreger darin gut vermehren können. Wasch Salat, Gemüse, Obst und Kräuter selbst kurz vor dem Essen gründlich unter fließendem Wasser und bevorzuge industriell hergestellte, haltbar gemachte Säfte.
SprossenVorsichtNur erhitzt. Erhitze Sprossen und Keimlinge in der Schwangerschaft auf über 70 °C, bevor du sie isst. Sie wachsen in feucht-warmer Umgebung, in der sich Bakterien wie Listerien gut vermehren.
Vegane AlternativenVorsichtNicht alle. Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt, pflanzliche Alternativen wie ihre tierischen Vorbilder zu behandeln: fermentierte oder gereifte Käse- und Wurstalternativen (etwa aus Cashew, Mandeln oder Nüssen) meiden, Fleischersatz nur durcherhitzt essen und nur erhitzte bzw. pasteurisierte Pflanzendrinks trinken.
Ingwer-ShotsVorsichtDie Lebensmittelbehörden in Dänemark und Norwegen raten Schwangeren von Ingwer-Shots und Nahrungsergänzungsmitteln mit Ingwer ab, weil große Mengen Ingwer in Tierversuchen das Fehlgeburtsrisiko erhöhten. Ingwer als Gewürz im Essen gilt als unbedenklich.
LakritzBegrenzenNur in kleinen Mengen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät Schwangeren, nicht regelmäßig größere Mengen Lakritz zu essen. Lakritz enthält Glycyrrhizin, das den Blutdruck erhöhen kann; eine finnische Studie brachte viel Lakritz in der Schwangerschaft außerdem mit Entwicklungsauffälligkeiten bei Kindern in Verbindung.
Fisch und QuecksilberBegrenzenIss gern Fisch – aber schränke Sorten mit viel Methylquecksilber ein: Hai, Schwertfisch, Heilbutt und Thunfisch. Eine einzige Portion (150 g) Hai oder Schwertfisch kann bereits die wöchentlich tolerierbare Aufnahmemenge überschreiten. Günstige Wahl sind zum Beispiel Lachs, Hering, Makrele, Seelachs und Kabeljau.
Kaffee und KoffeinBegrenzenAls unbedenklich gelten bis zu 200 Milligramm Koffein pro Tag – das sind ungefähr 2 Tassen Kaffee. Auch Schwarztee, grüner Tee, Cola und Schokolade enthalten Koffein. Von Energy-Drinks wird Schwangeren abgeraten.
KräuterteeBegrenzenIn Maßen ja – aber wechsle die Sorten ab. Das BfR hat in Kräutertees und Tees immer wieder Pyrrolizidinalkaloide nachgewiesen, natürliche Pflanzengifte, die in hohen Mengen schädlich sein können. Meide außerdem Tees mit Süßholzwurzel.

Häufige Fragen

Was ist in der Schwangerschaft am wichtigsten zu meiden?

Rohe tierische Lebensmittel. Sie können Listerien oder Toxoplasmen enthalten, die dem Ungeborenen schaden können. Gut durcherhitzt (mindestens 2 Minuten über 70 °C) sind die meisten Lebensmittel unbedenklich. Alkohol solltest du ganz meiden.

Warum sind Listerien in der Schwangerschaft gefährlich?

Listerien können über die Plazenta auf das Ungeborene übergehen und zu Früh- oder Totgeburten und schweren Erkrankungen des Neugeborenen führen – auch wenn die Mutter kaum etwas merkt. Anders als viele Bakterien vermehren sie sich auch im Kühlschrank.

Darf man in der Schwangerschaft Parmesan essen?

Ja. Lange gereifter, gut ausgetrockneter Hartkäse wie Parmesan ist laut Netzwerk Gesund ins Leben auch aus Rohmilch unbedenklich. Schneid die Rinde ab und reib ihn selbst.

Basierend auf den Empfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben, von familienplanung.de und des BfR. In Österreich und der Schweiz können Empfehlungen leicht abweichen – sprich im Zweifel mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme.

Hättest du das gern als Kühlschrankliste?

Der komplette Ratgeber enthält eine druckbare Liste auf einer Seite mit allen Lebensmitteln, die du meiden solltest – perfekt für die Kühlschranktür. Trag dich ein, und wir schicken sie dir, sobald sie fertig ist.

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